Willkommen bei den
Dorfer Erzbrüdern
in Hausach
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Hausach (s). Den Tag des offenen Denkmals nahmen die Dorfer Erzbrüder zum Anlass, im Bergbaumuseum Erzpoche zu einer Besonderheit einzuladen: Die Erzgewinnung in einem Rennfeuerofen wurde vorgeführt, eine Technik mit

jahrtausendealter Tradition. Bereits vor 5000 Jahren wurde Kupfer auf diesem Weg gewonnen, später auch Eisen.

Die Anregung kam vom Robert-Gerwig-Gymnasium, drei Schüler der zwölften Klasse nahmen sich während der Projekttage dieses Themas an. Michael Kolinski aus Hausach stellte die Verbindung zu den Erzbrüdern her, die über einen Erfahrungsschatz verfügten; hatten sie doch schon Rennfeueröfen entzündet und Erz daraus gewonnen. Gemeinsam mit den Oberwolfachern Felix Kind und Nicolas Schrempp wurde der Rennfeuerofen gebaut, eine lehmige Arbeit. Nach drei Tagen war das Werk vollbracht. Es galt jedoch auch, für das erforderliche Erz zu sorgen. Auch hier gab es gute Verbindungen, denn Thyssen-Krupp stellte zwei Eimer Eisenerz zur Verfügung. Begleitet wurde das Projekt von RGG-Lehrer Dr. Andreas Mutter.
Gut besucht war am Sonntag die Dorfer Erzpoche, wo Helmut Meyerhöfer auch Führungen durch das Museum veranstaltete. Die Erzbrüder erklärten anhand umfangreichen Informationsmaterials etwa die Gesteinsarten, aus denen das Erz gewonnen wird, und stellten besondere Schmuckstücke wie auch Silbertaler und einen Silberbarren aus. Informiert wurde auch über die Geschichte des Bergbaus im Allgemeinen sowie früher in der Region, wo Eisenerz, in geringen Mengen auch Silber gewonnen wurde.
Hauptakteur an diesem Tag war jedoch Michael Kolinski, der das Rennfeuer entfachte, in dem das Erz nach langen Stunden geschmolzen zum Vorschein kam. Er blickte auch in die Geschichte der Erzgewinnung, einer schweißtreibenden Arbeit. Das Feuer musste einst mit dem Blasebalg entfacht und die Glut dann durch dauernde Luftzufuhr erhalten werden. Diese Kraftanstrengung war am Sonntag nicht nötig. Hier sorgte ein Fön dafür, dass zum Schmelzen im Ofen 1200 bis 1300 Grad erreicht wurden.
Es war für alle Besucher ein lehrreiches Ereignis. Helmut Meyerhöfer dankte besonders Michael Kolinski, der den ganzen Tag lang Rede und Antwort stand und dessen Vorführungen besonders auch bei der Jugend gut ankamen. Am kommenden Sonntag, 19. September, beim Tag des Geologs wirken die Gymnasiasten ein weiteres Mal ehrenamtlich mit.

Quelle: Schwarzwälder Bote vom 14.02.2011